Geschichte
Das erste öffentliche Happening der polnischen homosexuellen Community fand im Jahre 1998 statt. Unter der Zygmunt-Säule in Warschau hielten drei Personen an diesem Tag Schilder mit Berufsnamen. Ihre Gesichter waren mit dem Tuch bedeckt. Niemand hat damals geglaubt, dass man in Polen ein Fest für Schwule und Lesben durchführen kann.
Drei Jahre später, am 1. Mai, kamen 300 Menschen zu der spontan organisierten Gleichheitsparade auf den Warschauer Strassen. Die Musikanlage befand sich im Pkw, und in der Masse war nur eine große Regenbogenfahne zu sehen. So fingen wir an.
Seitdem gingen jedes Jahr am 1. Mai Schwule und Lesben auf die Warschauer Strassen um ihre Anwesenheit in der polnischen Gesellschaft zu demonstrieren. Die Gleichheitsparade wurde mit der Zeit, Teil des dreitägigen Festivals „Tage der Queer-Kultur“.
Im Jahre 2002 hat die Parade schon 1000 Menschen versammelt.
Dank Unterstützung vieler Nicht-Regierungs-Organisationen und der Senatorin Maria Szyszkowska, haben an der Parade in 2003 ca. 3000 Lesben, Schwule und ihre Sympathisanten teilgenommen. Es war laut, bunt und fröhlich.
Jedes Jahr beobachten wir immer mehr Gäste aus anderen Städten und aus anderen Ländern. Im letzten Jahr gastierten während der Parade organisierte Gruppen aus Szczecin, Wrocław, Kraków, Lódź, Berlin, Ungarn, Frankreich und England. Es besuchte uns auch Joke Swiebel - EU-Abgeordnete, die auch die Schirmherrschaft übernommen hat.
Die Parade findet immer auf der gleichen Strecke statt. Wir haben nur ihre Länge und Richtung geändert. Die erste fang unter der Zygmunt-Säule an und führte zum Kopernikus-Denkmal. Die zweite Parade führten wir in die Gegenrichtung. Die dritte hat wieder neben der Zygmunt-Säule angefangen, endete aber erst neben dem Parlaments-Gebäude.
Die Parade im Jahre 2004 hat nicht stattgefunden. Der Warschauer Bürgermeister, Lech Kaczyński, hat sie als "Gefahr für die öffentliche Moral" verboten. Es werde "Pornografie verbreitet", zudem könnten die "religiösen Gefühle" anderer Menschen verletzt werden, so lautete die Begründung. Die durch die Organisatoren unternommenen rechtlichen Schritte haben keinen Erfolg gehabt. Anstatt der Parade, fand vor dem Warschauer Rathaus die Protestkundgebung statt, zu der 2000 Menschen gekommen sind.
Nach diesen Ereignissen beschlossen der bisherige Veranstalter – ILGCN Polen, sowie Vertreter der zwei gr ö ßten schwul-lesbischen Organisationen – Lambda Warschau und Kampagne gegen Homophobie ihre Kr ä fte zu vereinen. Sie gr ü ndeten die „Stiftung f ü r Gleichheit“, die die diesj ä hrigen „Tage der Gleichheit“ veranstalten wird.
Die polnische „Gleichheitsparade“ m ö chte an die Tradition des Christopher Street Day ankn ü pfen, der in der ganzen Welt organisiert wird. Die „Stiftung f ü r Gleichheit“ ist Mitglied von EPOA – Organisator von Europride, sowie von InterPride. Dieser Verein versammelt die Parade-Organisatoren aus der ganzen Welt, an denen jedes Jahr ü ber 100 Millionen Menschen teilnehmen. Wir sind nat ü rlich von den Massen-Events, wie zum Beispiel der Berliner CSD, noch weit entfernt, aber es ist nicht m ö glich 20 Jahre R ü ckstand in 5 Jahren aufzuholen. Wir sind jedoch optimistisch. Wir glauben fest daran, eines Tages die Parade zu organisieren, an der Tausende Menschen teilnehmen werden.
Jedoch nichts kommt von alleine, ohne Menschen wie Dich!
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